TSV Bienenbüttel von 1911 e.V.

„Gefühlte 1000 Kilo auf mir drauf“ - AZ Serie

Veröffentlicht von TSV-Onlineredaktion
Zuletzt aktualisiert: 02 Dezember 2015

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Martin JungBienenbüttel - von Bernd Klingebiel. Auf dem Rasen ist Martin Junk ein alter Hase. Abgebrüht, Instinkt-Fußballer, typischer Strafraumspieler. Man kann auch sagen: Tore pflastern seinen Weg. Mehr als 500 seien es gewesen in seiner Zeit zwischen F- und A-Junioren bei der Lüneburger SV. In diesem Alter zählt man sie noch nicht so genau. Weitere 120 Treffer markiert Junk für die LSV-Männer in Kreis-, Bezirks- und Landesliga. Doch das Tor, das Spiel, das ihm auf ewig im Gedächtnis bleibt, absolviert der heute 31-Jährige im Trikot des TSV Bienenbüttel.

28. Oktober 2007. Der TSV spielt in der Bezirksliga um den Titel mit, den am Ende der Saison allerdings der SV Emmendorf gewinnen wird. Die Bienenbütteler empfangen den TSV Adendorf. Das Topspiel ist auch ein Duell der Trainer: Lothar Nebe bei den Gästen, Andreas Blümke bei den Platzherren. „Das Spiel war schon im Vorwege sehr heiß geredet worden. Jeder einzelne Spieler wollte es gewinnen, und das hat man jedem auch angemerkt“, sagt Junk.

Nach einem Blitztor von Mohamed Saqi aus der ersten Minute gleicht der Uelzener Ex-Teutone Kevin Ameskamp für Adendorf aus. Junk schießt das 2:1. Nochmals Ameskamp und David Heck drehen die Partie bis zur Pause – 2:3. In der Kabine der Platzherren herrscht dicke Luft. „Der Trainer war richtig sauer, und auch Olaf Rose war leicht gestresst“, erinnert sich Junk. Logisch: Rose will seinen 40. Geburtstag nicht mit einer Niederlage feiern.

Der angefressene Ex-Profi beschließt also, sich selbst zu beschenken. Höchstpersönlich köpft er die Gastgeber in der 88. Minute zum 3:3-Gleichstand. Junk hat die torbringende Flanke auf Rose geschlagen. Junk, das Schlitzohr! Nicht ganz astrein hat er sich zuvor am Flügel durchgesetzt. „Wenn ich Schiedsrichter gewesen wäre, hätte ich das abgepfiffen“, gesteht er ein. Das Tor aber zählt! Junk: „Wir waren in diesem Moment schon happy, und wir hatten das Gefühl, dass da noch was geht.“Bttl.-BS Martin_Jung

Nachspielzeit. 90.+2. Sven Poplat schlägt den Ball aus dem Mittelfeld volley und viel zu hart in Richtung Strafraum. Junk ist schon dort. Aus 16 Metern köpft er die Kugel rechts oben in den Winkel des Adendorfer Kastens. 4:3! Ein unglaubliches Tor. Der Zauberkopf verschwindet in einer jubelnden Spielertraube: „Da waren gefühlte 1000 Kilo auf mir drauf“, sagt der Goalgetter. Tags drauf schreibt die AZ von einem „überragenden“ Martin Junk.

Bisher knapp 200 Treffer für die 1. und 2. Herren des TSV Bienenbüttel sind seit seinem Vereinswechsel 2003 für den Versicherungskaufmann zusammengekommen. Herrliche Tore, wichtige Tore, glückliche Tore. Keines davon aber toppt das 4:3 gegen den TSV Adendorf: „Es war nicht nur schön, sondern auch noch sehr emotional“, schwärmt Junk. Und auch nur eine weitere Partie kann diesem Schlagabtausch seitdem das Wasser reichen, sagt Junk. Und zwar Bienenbüttels 6:5-Erfolg gegen den SV Ilmenau in der jetzt laufenden Bezirksligasaison.

Am  Sonntag (25. März), 15 Uhr, steigt in Bienenbüttel das Rückspiel dieses B4-Derbys: Der Tabellenzweite trifft auf den dritten...

Sie landen als Schlenzer im Winkel, werden über den Schlussmann gelupft oder donnern als Direktabnahme ins Netz: Traumtore.

An allen Spieltagen auf Uelzener Sportplätzen fallen sie, doch jeder Fußballer hat in seiner Karriere seinen persönlichen Favoriten – ob extrem schön, extrem wichtig oder extrem kurios. In dieser AZ-Serie verraten sie es. Heute: Martin Junk (TSV Bienenbüttel).

Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen (www.az-online.de) 

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